Im Südwesten des Gardasee in einer traumhaften Bucht, am Fuße des Berges Monte San Bartolomeo liegt der beliebte lombardische Ferienort Salò. Salò ist jedoch nicht nur ein Badeort sondern auch eine beliebte Shopping-Stadt. Die Schönheit des traditionsreichen Bade- und Luftkurorts hat schon Sigmund Freud Anfang des letzten Jahrhunderts beschrieben. Salò ist mit über 10.000 Einwohnern die größte Stadt am Westufer. Trotz der vielen Reize die der Ort zweifellos hat, wird das Straßenbild nicht vom Tourismus dominiert. Salò konnte trotz zunehmender Urlauber seine authentische Atmosphäre bewahren.
GESCHICHTE
Der Name Salò stammt von der römischen Siedlungsbezeichnung Pagus Salodium. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde Salò zum Sitz der mächtigen Herrscherfamilie Visconti. In den folgenden Jahren wurde Salo zunächst von Venetien und später von den Habsburgern beherrscht. Nach dem schweren Erdbeben (1901) wurde die historische Altstadt von Salò saniert und die lange, prachtvolle Uferpromenade Lungolago Zenardelli wurde gebaut. Diese ist von mittelalterlichen Palästen und Arkaden gesäumt. Sie bietet sich dem Besucher förmlich an, einen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Entlang des Uferbereichs der weit ausgedehnten Bucht, werden verschiedene Wassersportarten angeboten. Von 1943 bis 1945 war hier Mussolinis Regierungssitz. Er machte Salò zur Hauptstadt seiner Faschistischen Sozialrepublik. Diese Zeit wurde in dem Kinofilm “Salò o le 120 giornate di Sodoma” (Salò oder die 120 Tage von Sodom) des Kinoregisseur Pier Paolo Pasolini dokumentiert. Einer der bekanntesten Geigenbauer der Vergangenheit, Gasparo Bortolotti, oder auch Gasparo da Salò genannt, wurde am 20.05.1540 in Salò geboren. Er war in ganz Europa für seine Instrumente berühmt.
SEHENSWERTES
Hinter der Uferpromenade erstreckt sich die sehenswerte, dicht besiedelte Altstadt. Der historische Ortskern bezaubert seine Besucher mit engen Gassen, kleinen Plätzen, einer schmalen Fußgängerzone, herrschaftlichen Wohnhäuser, elegante Geschäften, vielen kleinen Boutiquen bekannter italienischer Designern, Restaurants, Bars und Eiscafes. Am Anfang der Fußgängerzone befindet sich der Torre dell’Orologio, der Uhrenturm mit dem ehemaligen Stadttor, häufig auch Garibalditurm genannt. Der Turm erinnert an die Tradition, das hier einst Turmuhren gebaut wurden. Sehr eindrucksvoll ist der Lungolago Zanardelli Platz. Er beherbergt Bauten verschiedener Epochen, die Kolonnaden des ehemaligen Stadthalterpalastes und das mächtige Gebäude des Palazzo della Magnifica Patria (14. Jhr.). In diesem Palast ist heute das Rathaus der Stadt untergebracht. Das Rathaus wie man es heute sieht ist eine Nachbildung, da es bei dem Erdbeben 1901 zerstört wurde. Nur die Arkaden sind noch original. Nahe des südlichen Stadttors befindet sich die Kirche San Giovanni die Decollato (15. Jhr.). Besonders sehenswert ist hier das Tafelbild über dem Hochaltar. Die Hauptsehenswürdigkeiten des authentisches Städtchen sind der sehr große, spätgotische, dreischiffige Dom Santa Maria Annunziata (1476), am nördlichen Ende des Lungolago Zanardelli Platzes. Sie ist die bedeutendste Kirche am Gardasee, auch wenn man das anhand ihrer schmucklosen Backsteinfassade nicht auf den ersten Blick erkennt. Wobei das Renessance-Marmorportal mit mächtigen Doppelsäulen Beachtung verdient. In ihrem Inneren kann man ein wunderschönes Fußbodenmosaik mit dreidimensionale Wirkung bewundern. Imposant ist auch der mit viel Gold und Stuck besetzter Altar, das spaetgotische Kruzifix (linkes Seitenschiff), die Sakramentskapelle, sowie wertvolle Ölgemälde und Fresken. Weitere Sehenswürdigkeiten des Ortes sind die Klosterkirche des Kapuzinerklosters, das Triptychon Natività con i Santi Francesco d’Assisi e Giuseppe, die Biblioteca dell’Ateneo di Salò. Sehenswert ist auch das Museo Storico del Nastro Azzurro. In dem Militärmuseum, nahe des Doms sind Ausstellungsstücke aus der Zeit Napoleons und den beiden Weltkriegen zu sehen.