Peschiera del Garda, südlich von Lazise, bietet seinen Besuchern eine reizvolle Kombination aus See- und Flusslandschaft. Wegen seiner Lage am Fluss Mincio, erlangte die Stadt schon früh eine besondere strategische Bedeutung. Bis zum Mittelalter war der Fluss mit Schiffen befahrbar. Der Mincio ist der einzige Abfluss des Gardasees. Historiker haben herausgefunden, das die Römer einst die erste Festung bauten. Sie nannten die Siedlung damals Arilica. Seinerzeit lebten die Einwohner des Ortes hauptsächlich vom Fischfang. Besonders beliebt waren die Aale aus dem Mincio. Heute noch wird daran erinnert, denn das Wappen der Stadt zeigt zwei Aale und einen Stern. Von da an wurde Peschiera viele Male zerstört und wieder aufgebaut. Heute leben hier ca. 9000 Einwohner. Peschiera ist ein wichtiger Knotenpunkt für Bahnreisende. Neben Desenzano del Garda besitzt der Ort den einzigen Bahnhof am See. Hier halten unter anderem die Schnellzüge der Strecke Mailand – Venedig. Der Bahnhof ist nicht weit von der malerischen, mittelalterlichen Altstadt entfernt. Umrahmt ist der alte Stadtkern von einer mächtigen, sternförmigen Festung. Diese ist völlig vom Wasser umgeben. Peschiera ist mit ihren 2250 Metern an Mauern die größte Militäranlage am Gardasee. Die Festungsmauer ist weitgehend mit Bäumen und Büschen bewachsen. Das Innere der Anlage gehört immer noch der Armee. Nach Voranmeldung kann sie trotzdem besichtigt werden. In der ehemaligen Artelleriekaserne Porto Verona ist die Stadtbücherei untergebracht. In dem malerischen Gassen der Altstadt sind einige stattliche Palazzi im venezianischen Stil erhalten geblieben. Ein imposantes Gebäude ist der Dom San Martino mit einem Relief des Heiligen Martin über dem Eingang. Der Hafen des Ortes ist auch heute noch ein wichtiger Punkt im Leben der Bewohner und Besucher des Ortes. Von hier aus fahren in den Sommermonaten Schiffe zu anderen Ortschaften des Sees. Im Gegensatz zu anderen Ortschaften, an der Ostküste des Gardasees, ist die Ortschaft nicht so sehr von Touristen domieniert. Neben einigen Hotels und Pensionen haben sich mit Zunahme der Touristen auch einige Campingplätze angesiedelt. Wanderer und Radfahrer finden im Hinterland der Ortschaft, mit seinen Moränen Hügeln und dem hübschen Fluss Mincio, zahlreiche herrliches Rad- und Wanderwege. Ein paar Kilometer südlich von Peschiera liegt die Wallfahrtskirche Santuario Madonna del Frassino (16. Jhr.), welche jedes Jahr rund 3 Millionen Pilger besuchen. Besonders sehenswert sind die bunten Gemälde des Veronesers Paolo Farinati, mit denen das Innere der prunkvollen Kirche geschmückt sind. Die bekanntesten Veranstaltungen in Peschiera, sind das Incendio dei Voltoni, ein pyro-musikalisches Grossereignis, zu Ehren des Stadtpatrons St. Martin, am 11.11., sowie die Calici di Stelle, das Sternenfest am 10.08. Sehenswertes San Martino Kirche Festung der Stadt Die Wallfahrtskirche Santuario Madonna del Frassino (16.Jh.), welche jedes Jahr rund 3 Millionen Pilger besuchen. Aus dem Gemeindearchiv von Peschiera geht hervor, dass mit dem Bau einer einfachen Kapelle gegen 1514 begonnen wurde. Jedes Jahr findet am 28. September, am Hafenvorplatz von Peschiera, die Feier zur Krönung der Madonna, der Königin vom Gardasee, statt. Der gesamte klösterliche Komplex der Madonna del Frassino, umfasst die Wallfahrtskirche, eine Kapelle für die Beichte, sowie zwei Klöster mit den Unterkünften der Franziskaner. Im Inneren der Wallfahrtsstätte finden Sie wichtige Werke aus der Freskenmalerei und Bildhauerei des 16. Jahrhunderts. Unter anderem Gemälde von Paolo Farinati, von 1560 bis 1586 erschaffen, sowie Fresken von Bernado Muttoni und Giovanni Simbenati aus dem frühen 17. Jahrhundert. Im gesamten Komplex wurden Mauern aus Lessiniagestein gebaut, Treppen aus roten Veronamarmor, das Dach ist aus venizianischen Ziegeln.