Am südöstlichen Gardasee befindet sich Lazise, einer der ältesten Orte am See. Zur venezianischen Zeit war es das wichtigste Handelszentrum am Gardasee. Heute ist der beliebte Urlaubsort ein verträumtes Städtchen, daß sich sein mittelalterliches Aussehen erhalten konnte. Eine gut erhaltene, von Schwalbenschwanzzinnen gekrönte Stadtmauer aus der Zeit der Skaliger, umschließt die autofreie mittelalterliche Altstadt. Von der mächtigen Wehrmauer sind auch einige Türme, Wehrgänge und drei Tore erhalten geblieben. Außerhalb der Altstadt steht in einem schönen Park eine mächtige sechstürige Skalierburg aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist jedoch leider nur von außen zu besichtigen, da sie in Privatbesitz ist. In der Altstadt reihen sich Restaurants, Bars, Eisdielen, Cafes und Geschäfte aneinander. In den Gassen des alten Ortskernes kann man ausgiebig bummeln, schlemmen und shoppen. Das Gebiet war schon in prähistorischen Zeiten besiedelt und ab dem 2. Jahrhundert vor Christus war Lazise unter römischen Einfluss. Der Name der Stadt geht auf den römischen Namen Laceses, Dorf am See zurück. Im Jahre 983 gewährte Kaiser Otto Lazise den Satus einer Freistadt und sie war die erste in Italien. Sehr schön ist der Hafen und die belebte Uferpromenade des Ortes. Der große Platz am Hafen war einst ein Marktplatz und ist gesäumt von traditionellen Häusern. Sehr sehenswert ist die romanische Kirche San Nicolo (12. Jhr.). Leider wurde die Kirche im Laufe der Jahrhunderte mehrmals beschädigt und verwüstet, sowie zweckentfremdet (Theater, Herberge und Lager). Mitte des letzten Jahrhunderts wurde sie wieder restauriert und Teile der original Fresken (14. Jhr.) sind erhalten geblieben. In den Sommermonaten findet hier jeden Sonntag, ein evangelische Gottesdienst in deutscher Sprache statt. Direkt neben der Kirche befindet sich ein mittelalterliches Gebäude, mit Arkaden und einem Zinnenkranz – der Dogan. Das Zollhaus wurde Mitte des 13. Jahrhunderts, zu den Zeiten des Cangrande Scala erbaut. Es war ein Arsenal und hier wurden einst die Schiffe der Seeflotte gewartet. Später wurde es als Lager für militärische Zwecke und ab 1607 als Zollhaus genutzt. Es kontrollierte den Warenverkehr zwischen Venedig und der Lombardei. Im 19. Jahrhundert war es Sitz einer Baumwollspinnerei. Heute wird das Gebäude für kulturelle Anlässe und als Kongresszentrum genutzt.